|
Der Schichtmeister
An der Spitze der Nachbarschaften standen die für die betreffenden Schichte zuständigen Schichtmeister. Ein Erster und ein Zweiter, die von der Jahresschichtversammlung für jeweils ein Jahr gewählt wurden. Die Amtszeit der Schichtmeister begann um 0 Uhr und endete jeweils ein Jahr später wieder um Mitternacht. Zum Abschluss seiner Amtszeit gab der erste Schichtmeister einen Überblick über das zu Ende gehende Jahr, übergab dem zweiten Schichtmeister das Schichtbuch und legte Rechenschaft über den Kassenbestand ab. Das Schichtmeisteramt war ein Ehrenamt, welches niemand ohne triftigen Grund ablehnen durfte.
Die Teilnahme an der Jahresschichtversammlung war für die Nachbarn Pflicht, ein unbegründetes Fernbleiben wurde bestraft. Es wurde plattdeutsch gesprochen und ohne Rücksicht auf Rang, Namen und Würde wurde jeder mit “Nachbar” angesprochen. 
Heute treffen sich noch immer einmal am Jahresbeginn die Nachbarn (jung und alt) zu einem geselligen Beisammensein mit Musik und Tanz sowie traditionellen Gerichten wie Pfefferpotthast oder Sauerkraut mit Schinken, um zu plaudern und Nachbarschaftspflege zu betreiben.
Die Schichte halfen zum Beispiel denHandwerkern (wie in der Zeichnung links dargestellt) beim Neubau des Daches von St. Viktor nach der dritten Feuersbrunst im 17. Jahrhundert, bei der auch etwa 100 Häuser stark beschädigt wurden.
Weitere Seiten zu traditionellen Anlässen des Nachbarschaftswesen in Schwerte
Schnadegang, Reishochzeit, “Eine Schicht machen”, “Notnachbar”
|